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Sprachdidaktisches Kolloquium

im Sommersemester 2021


Das Sprachdidaktische Kolloquium ist eine Vortragsreihe, die gemeinsam vom Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln und dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache in jedem Semester ausgerichtet wird. 

 

"Selbstregulation bei sprachlichen Prozessen" 

Diesem Schwerpunktthema widmen sich die Vorträge des Kolloquiums in diesem Sommersemester 2021. Der Auftakt wird durch eine thematische Einführung zum Konstrukt des selbstregulierten Lernens gestaltet. Anschließend führt der Weg durch einzelne Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts, wobei die einzelnen Vorträge die Bedeutung und die Besonderheiten der Selbstregulation hinsichtlich der Kompetenzbereiche Zuhören, Orthographie, Schreiben und Lesen in den Blick nehmen.

 

Die einzelnen Veranstaltungen finden jeweils von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr digital via Zoom statt. Den Link erhalten Sie über den E-Mail-Verteiler (s.u.) oder nach Anmeldung (durch Mail an fabiana.karstensSpamProtectionuni-koeln.de).

Interessierte Gäste und Studierende sind ausdrücklich eingeladen und herzlich willkommen.

 

 

Termine

20.04.2021 - Detlef Leutner (Universität Duisburg-Essen): Selbstreguliertes Lernen - Kognition und Metakognition beim Lernen aus (Sach-)Texten

18.05.2021 - Margarete Imhof (Universität Mainz): Zwischen banal und notwendig: Zuhören lernen und lehren?!

08.06.2021 - Anne Berkemeier (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): Selbstgesteuerte orthographische Lern- und Korrekturprozesse

22.06.2021 - Afra Sturm (Fachhochschule Nordwestschweiz): Schreibstrategien und selbstreguliertes Schreiben – „… weil man so besser schreiben kann und nicht alles auf einmal machen muss."

13.07.2021 - Anita Schilcher (Universität Regensburg): Selbstreguliertes Lesen im Rahmen des FiLBY-Trainings - von Lautlesetrainings zur metakognitiven Überwachung des Strategieeinsatzes (Gemeinsamer Termin mit dem literaturdidaktischen Kolloquium)

 

Abstracts

20.04.2021 - Detlef Leutner (Universität Duisburg-Essen): Selbstreguliertes Lernen - Kognition und Metakognition beim Lernen aus (Sach-)Texten

Selbstregulativ Kompetenzen sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen. Schüler/innen berichten zwar häufig, adäquate Lernstrategien zu benutzen, erreichen die erwarten Lernerfolge mitunter aber nicht. Vor diesem Hintergrund haben wir ein Trainingskonzept für selbstreguliertes Lernen aus Sachtexten entwickelt. Das Konzept zielt darauf ab, Schüler/innen darin zu unterrichten, spezifische kognitive Lernstrategien zu verwenden und den Einsatz der Strategien metakognitiv zu überwachen und zu steuern. Im Vortrag wird das Trainingskonzept vorgestellt. Darüber hinaus wird über Studien berichtet, anhand derer wir die Wirksamkeit des Trainingskonzepts überprüft und Möglichkeiten untersucht haben, es im schulischen Unterricht zu implementieren. Diskutiert wird abschließend, inwieweit metakognitive Strategien über verschiedene kognitive Strategien hinweg transferierbar sind.

 

18.05.2021 - Margarete Imhof (Universität Mainz): Zwischen banal und notwendig: Zuhören lernen und lehren?!

Zuhören als vermeintlich leichtester Aspekt der Sprachkompetenz wird gelegentlich dahingehend unterschätzt, dass es „passiv“ sei und ohne Anstrengung funktionieren würde und dass sich Zuhören der Selbstregulation entziehe, weil man ja nichts zu sagen hat. In meinem Beitrag werde ich zwei Perspektiven integrieren: Aus der Sicht der Kognitionspsychologie werde ich die Komplexität der für das Zuhören erforderlichen Prozesse illustrieren und diese mit der instruktionspsychologischen Perspektive auf das selbstregulierte Lernen verschränken. Aus dem Modell arbeite ich Ansatzpunkte für die Förderung von adaptiven Zuhörkompetenzen heraus und versuche, Anregungen für eine fächerübergreifende Sicht auf die Didaktik des Zuhörens zu geben.

 

08.06.2021 - Anne Berkemeier (Westfälische Wilhelms-Universität Münster): Selbstgesteuerte orthographische Lern- und Korrekturprozesse

„Selber machen!“ Was Kleinkinder Einzelpersonen gegenüber früh einfordern, stellt Lehrer*innen vor die zentrale Herausforderung der Organisation und Begleitung individueller Lernfortschritte in vielfältigen Lerngruppen. Am Beispiel der orthographiedidaktischen Werkzeuge Hörtabelle, Silbenkette und Satzleistelight wird gezeigt, wie Lernende von Anfang an und durchgängig in die Lage versetzt werden, selbstgesteuert im eigenen Tempo zu arbeiten. Während die gestuften Einführungsmaterialien lediglich den anfänglichen Umgang mit den Werkzeugen schulen und die Hörtabelle nach Erwerb der Graphem-Phonem-Korrespondenzen obsolet wird, begleiten Silbenketteund Satzleistelight die Lernenden beim Korrigieren der eigenen Texte bis zum vollständigen Erwerb des silbischen, morphologischen und syntaktischen Prinzips.

Literatur:

Berkemeier, Anne (2019): Schrift- und Orthographievermittlung in vielfältigen Lerngruppen. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Bredel, Ursula/Fuhrhop, Nanna/Noack, Christina (2011): Wie Kinder lesen und schreiben lernen. Tübingen.

Eisenberg, Peter (20169): Der Buchstabe und die Schriftstruktur des Wortes. In: Duden Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Mannheim. 61–94.

Röber, Christa (2009): Die Leistungen der Kinder beim Lesen- und Schreibenlernen: Grundlagen der Silbenanalytischen Methode. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

http://go.wwu.de/silbenkette

 

22.06.2021 - Afra Sturm (Fachhochschule Nordwestschweiz): Schreibstrategien und selbstreguliertes Schreiben – „… weil man so besser schreiben kann und nicht alles auf einmal machen muss."

Der Erwerb von Schreibkompetenzen wird zum einen durch gesellschaftliche oder curriculare Anforderungen beeinflusst, zum anderen durch die «Katalysatoren» Wissen, Motivation, strategisches Verhalten sowie basale Schreibfähigkeiten. Im Vortrag wird zunächst in einem kurzen Überblick insbesondere das Zusammenspiel dieser «Katalysatoren» erläutert und dabei geklärt, was unter «Schreibstrategien» und «selbstreguliertem Schreiben» zu verstehen ist. Darauf aufbauend wird der Frage nachgegangen, was eine wirksame Förderung von Schreibkompetenzen wie SRSD auszeichnet: So beruft sich SRSD nicht nur auf eine bestimmte (Schreib-)Lerntheorie, sondern kombiniert verschiedene Zugänge. Zudem werden Schreibstrategien nicht isoliert gefördert: Ihr Zusammenspiel mit Wissen und Motivation bildet einen wichtigen Ansatzpunkt in SRSD. Und nicht zuletzt ist eine wirksame Förderung sowohl prozess- als auch produktorientiert angelegt.

Literatur

Harris, K. R. & Graham, S. (2018). Self-regulated development: Theoretical bases, critical instructional elements, and future research (Studies in Writing). In R. Fidalgo, K. Harris & M. Braaksma (Hrsg.), Design Principles for Teaching Effective Writing (Band 34, S. 119–151). Leiden/Boston: Brill.

Sturm, A. (i.Vorb.): Prozess- und produktorientierte Schreibförderung im Verbund.

Wijekumar, K., Graham, S., Harris, K. R., Lei, P.-W., Barkel, A., Aitken, A. et al. (2019). The roles of writing knowledge, motivation, strategic behaviors, and skills in predicting elementary students’ persuasive writing from source material. Reading and Writing, 32(6), 1431–1457.

 

13.07.2021 - Anita Schilcher (Universität Regensburg): Selbstreguliertes Lesen im Rahmen des FiLBY-Trainings - von Lautlesetrainings zur metakognitiven Überwachung des Strategieeinsatzes (Gemeinsamer Termin mit dem literaturdidaktischen Kolloquium)

Im Rahmen des Projektes FiLBY (Fachintegrierte Leseförderung Bayern) wird an der Universität Regensburg ein systematischer und langfristigen Leselehrgang für die Grundschule entwickelt. Er beginnt in der zweiten Jahrgangsstufe und setzt sich bis zur vierten Jahrgangsstufe fort. Trainiert wird sowohl im Rahmen des regulären Deutschunterrichts als auch im Fachunterricht. Im FiLBY-Training trainieren die Kinder in jeder Jahrgangsstufe zunächst mit einem Kinderbuch und anschließend mit Sachtexten ihre Lesekompetenz. In der 2. Klasse steht die Leseflüssigkeit im Zentrum, danach wird das Leseverstehen mit Lesestrategien trainiert, in der vierten Klasse kommt das selbstregulierte Lernen hinzu. Im Unterschied zu herkömmlichen Lesestrategietrainings unterscheidet FiLBY zwischen literarischen Lesestrategien und solchen für das Sachtextlesen.

Im Augenblick befinden sich die teilnehmenden Interventionsklassen in der 4. Jahrgangsstufe, in der es schwerpunktmäßig darum geht, den eigenen Strategieeinsatz zu planen und zu überwachen. 

Im Vortrag werden sowohl einige Ergebnisse der 2. und 3. Jahrgangsstufe dargestellt als auch die Umsetzung der Selbstregulation in der 4. Jahrgangsstufe erläutert, die stringent auf den zuvor erarbeiteten Elementen aufbaut.

 

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Hinweis: 

Das Sprachdidaktische Kolloquium verfügt über einen E-Mail-Verteiler, über welchen regelmäßig Einladungen zu den entsprechenden Terminen, sowie die Abstracts oder gegebenenfalls kurzfristige Änderungen bekannt gegeben werden. Um sich in diesen Verteiler einzufügen, um ebenfalls per E-Mail informiert zu werden, tragen Sie sich bitte hier in den Verteiler ein.